Meldung 2366

Samstag, 20.07.2019, 08:51 Uhr

aktuell24
Junge Männer haben bei heftigem Unfall keine Überlebenschance:

Audi Sportwagen kommt mit hohem Tempo von Straße ab und fliegt in Baumgruppe - Wagen wird bis zur Unkenntlichkeit zerfetzt und in mehrere Teile gerissen -21-jähriger Fahrer und 19-jähriger Beifahrer sofort tot, Mitfahrer (20) erleidet lebensgefährliche Verletzungen - Feuerwehr: "Wir haben erhebliche Probleme gehabt, weil das eine Wrackteil noch im Baum steckte." - Polizei kritisiert Gaffer in emotionaler Meldung scharf: "Meine Kolleginnen und Kollegen und insbesondere ich finden dieses Verhalten - gelinde gesagt - widerlich und wissen wirklich nicht, was in den Köpfen dieser Leute vorgeht!"

Baum auf zwei Meter Höhe gefällt - Motorblock geht in Flammen auf - Beifahrer wird herausgeschleudert, die übrigen Insassen massiv eingeklemmt - Kriseninterventionsteam für Rettungskräfte im Einsatz - Polizistin angesichts des Schadenbildes: "Ich habe sowas noch nicht gesehen." - Blumen, Fotos und Kerzen am Unfallort am Tag nach dem Unglück

Das Trümmerfeld erstreckt sich über 50 Meter, das Fahrzeug ist als solches nicht mehr zu erkennen. Bei einem fürchterlichen Unfall ließen am frühen Samstagmorgen zwei junge Männer ihr Leben. Ein dritter ringt noch mit dem Tod.

Gegen 5 Uhr waren sie mit einem Audi A4 auf der Bundesstraße 241 von Goslar in Richtung Vienenburg unterwegs. In einer langgezogenen Rechtskurve geriet der Wagen zunächst nach links von der Fahrbahn. Der 21-jährige Fahrer verriss das Lenkrad, worauf die Karosse zurück über die Straße schleuderte und dann im Graben landete. Nach rund 50 Metern schlug der Wagen mit immer noch enormen Tempo in einem Baum ein, wodurch dieser in zwei Meter Höhe gefällt und der Audi in mehrere Teile zerfetzt wurde. Während die Frontpartie unter dem Stamm begraben wurde, schleuderte das Heck noch rund 20 Meter weiter. Der Motorblock riss aus seiner Verankerung und ging in Flammen auf.

Den Einsatzkräften bot sich ein grausiges Bild. Eine Polizeistreife war als erstes vor Ort und löschte den Brand mit einem Feuerlöscher. Bis die Feuerwehr an alle Trümmerteile herankam, musste sie sich den Weg zunächst freischneiden. Dann machten sie die grausige Entdeckung. Der Fahrer befand sich eingeklemmt noch hinter dem Steuer und war vermutlich sofort tot. Sein 19 Jahre alter Beifahrer wurde bei dem Unglück herausgeschleudert und lag 20 Meter weiter neben dem Heck. Auch ihn konnte der Notarzt nicht mehr retten. Ein 20-jähriger Mitfahrer saß eingeklemmt in der abgerissenen Heckpartie. Mit hydraulischem Gerät gelang es der Feuerwehr den Mann zu befreien, der mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Klinik gebracht wurde. Für die Rettungskräfte standen Seelsorger bereit, die nach dem aufwühlenden Einsatz die Helfer begleiteten.

Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist noch unklar. Nach ersten Erkenntnissen vor Ort muss jedoch davon ausgegangen werden, dass der Audi mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen ist. Ein Gutachter wurde durch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. In dem Wrack fanden sich eine Shisha und mehrere Wodka-Flaschen. Von wo die jungen Männer kamen, ist nun Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.

+++ AKTUALISIERUNG 21.07.2019 +++

Die Verletzungen des 20-Jährigen sind derart massiv, dass er nach einer Not-OP von Goslar in eine Fachklinik nach Braunschweig verlegt werden musste. Sein Zustand gilt weiterhin als kritisch. Wie die Polizei in einer Mitteilung erklärte, herrscht bei den Rettungskräften Fassungslosigkeit um einen Unfalltourismus, der nach dem Unglück eingesetzt hat. "Es hat immer wieder Gaffer an die Unfallstelle gezogen, um sich das Ganze möglichst live und aus der Nähe ansehen und vor allem in verantwortungsloser Manier ihrer Neugierde nachgehen zu können. Meine Kolleginnen und Kollegen und insbesondere ich finden dieses Verhalten - gelinde gesagt - widerlich und wissen wirklich nicht, was in den Köpfen dieser Leute vorgeht", schreibt Reiner Siemers von der Polizei Goslar. Er appelliert an alle Schaulustigen ihren Kopf einzuschalten und darüber nachzudenken, dass dort Angehörige ihre Verwandten und Freunde verloren haben. Mit dem Verhalten würde man darüberhinaus noch andere Verkehrsteilnehmer gefährden, die nicht mit Schleichern auf einer geraden Strecke rechnen.


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