Meldung 2849

Samstag, 01.01.2022

aktuell24
Der Klebstoffattentäter hat wieder zugeschlagen:

Zum Jahreswechsel wieder sieben beschädigte Autos in Wolfsburg - Ist Kennzeichenwechsel die Lösung - Doppelt Betroffene vom letzten Jahr blieb dadurch diesmal verschont - Insgesamt über 800 aktenkundige Fälle in fünf Jahren

"Ich hoffe, dass er bald erwischt wird" - "Na, ist schon eine Sauerei, dass man überhaupt so was macht" - Anwohner will am Neujahrstag mit Frau spazieren gehen, entdeckt Polizei und Schaden am Auto - Bereits der Vorgänger von Kurt Rama mit Klebstoff beschmiert - "Drei Monate habe ich ihn und dann schon wieder so was" - Gesamtschadenssumme steigt immer weiter an, schon über zwei Millionen Euro -

Fast fünf Jahre ist es her, dass die Serie der Kleberattacken in Wolfsburg begann - im April 2017. Eine lange Zeit und noch kein Fahndungserfolg der Polizei. Betroffen sind inzwischen über 800 Fahrzeuge mit einem Schadenswert von über zwei Millionen Euro. Hauptsächlich Leasingfahrzeuge von VW, welche Werksmitarbeiter zu günstigen Konditionen bekommen können - alle am Kennzeichen ersichtlich.

Anfänglich agierte der Täter nur in Wolfsburg, dort aber komplett quer über das Stadtgebiet verteilt. Im letzten Jahr wagte er sich auch weiter hinaus, zum Beispiel nach Flechtrof im Landkreis Helmstedt. Hier verschandelte der Unbekannte mit seiner Kleberattacke fünf Autos. Jetzt ist er zum Jahresewechsel 2021 / 2022 wieder nach Wolfsburg zum Eichelkamp zurückgekehrt. Sieben Fahrzeuge beschmierte er in diesem Fall - wieder ausschließlich Modelle von VW. Der entstandene Schaden: rund 20.000 Euro laut Polizei.

Ein materieller Schaden auf dem die Besitzer, Leasingnehmer und Versicherungen sitzen bleiben - nur was dagegen tun. Vielleicht hatte eine Anwohnerin, deren Fahrzeug im letzten Jahr bereits zweimal betroffen war die zündende Idee: "Ich war in der Stadt und habe mir andere Nummernschilder geholt". Diesmal ist ihr T-Roc nicht betroffen, aber genügend Autos daneben.

"Na, ist schon eine Sauerei, dass man überhaupt so was macht, dass man so einen Schaden will. Wieso macht man so was? Was geht in den Köpfen der Menschen vor", diese Aussage stellt Paolo Mannesi in den Raum. Er selbst ist zwar nicht betroffen, aber sein Kunde, dessen Auto er gerade begutachtet, denn Mannesi arbeitet als freier Versicherungsmakler. Er äußert, genauso wie die anderen Anwohner und Betroffene vorher die Meinung, dass es sich um jemanden handelt, der eigentlich nur Leasingfahrzeuge von VW treffen möchte. Das ist jedoch nicht immer der Fall, denn auch Privatpersonen haben ähnliche Kennzeichen.

Kurt Rama hat zwar auch ein Leasingfahrzeug, aber er ist bereits mit seinem zweiten Auto betroffen. "Das ist das zweite Mal, jetzt, wo ich betroffen bin. 2020 war ich, am 7. Dezember, hatte ich das Gleiche gehabt, aber das war noch schlimmer als dieses Jahr. Da war die ganze Scheibe und die Heckklappe war beschädigt. Das ist schon schlimm. Also den Gedanken hatte ich schon gehabt, wie ich das Auto geholt habe. Da habe ich schon gedacht: Na, Hauptsache passiert mir das nicht noch mal im neuen Jahr, bei dem neuen Wagen. Und tatsächlich, so ist es wieder gekommen, dass ich wieder betroffen bin", so Rama.

"Am Neujahrstag war es so, dass ich. Wir wollten spazieren gehen. Ich gucke aus dem Fenster raus, da steht hier ein Mann und beobachtet das Auto. Da habe ich zu meiner Frau noch gesagt Da ist bestimmt wieder was passiert.Wir kommen raus, sage, geh mal vor, ich komme gleich nach. Ich gehe hier um das Auto rum und sehe dann die Bescherung. Dann habe ich geguckt, da war der auch beschädigt. Der Polo war auch beschädigt. Die Polizei hat auch schon nachgeschaut, ein Polizeiwagen stand auch schon da", erzählt der Rentner.

Hinweise auf den Täter oder eine Sichtung gibt es immer noch nicht. Deswegen bittet die Polizei auch um Zeugenhinweise. Kurt Rama hat dazu allerdings seine eigene These: "Und eigenartigerweise, der steht hier unter der Laterne. Da stand er vor zwei Jahren auch, genau da und der kommt gleich mit dem Wagen, mit seinem Auto hier durchgefahren ist, spritzt da voll und haut ab". Nun hoffen Anwohner und Polizei, dass es diesmal jemanden gibt, der etwas gesehen hat und sich meldet, damit der Kleberspuk von Wolfsburg bald ein Ende hat.